Shadow of the Colossus: Das Remake eines Klassikers

Shadow of the Colossus: the remake of a classic
© PlayStation Games 08.02.2018

Fast panisch hetzen wir zwischen den riesigen Füßen des Kolosses umher – jetzt bloß nicht zerquetschen lassen! An irgendetwas muss man sich doch festhalten können? In Shadow of the Colossus rennen wir nämlich nicht nur im Schatten der riesigen Ungetüme umher – wir müssen diese erklimmen und ihre spezifischen Schwachpunkte ausfindig machen. Das Original von 2006 bescherte uns ein ganz besonderes Spielerlebnis. Shadow of the Colossus konzentrierte sich aufs Wesentliche und entfaltete dabei eine Tiefgründigkeit, die man zu Beginn nicht erwartet hätte. Wir freuen uns, die Reise mit Wander erneut zu bestreiten und hoffen, dass auch viele neue Spieler den Weg zu diesem Meisterstück finden.

Ein dickes Plus an Lebendigkeit

Zuerst zum Wichtigsten: Was ist neu? Zum Glück gar nicht mal so viel. Wir würden sagen, das perfekte Maß aus Alt und Neu wurde gut getroffen. Im direkten Vergleich zwischen der ersten PS2-Version, der PS3-Neuauflage und nun dem PS4-Remake zeigt sich deutlich die Ähnlichkeit – selbst die Kameraführung wurde praktisch 1:1 übernommen. Jedoch fällt auf, wie frisch, kontrast- und detailreich das neue Shadow of the Colossus daherkommt. Die Kolosse und die gesamte Landschaft wirken viel lebendiger, wenngleich Einsamkeit und Melancholie immer noch deutlich spürbar sind.

16 Kolosse im Tausch gegen ein Mädchen

Wie so oft handelt der tapfere Held der Geschichte aus Liebe. Mono wurde geopfert und Wander will sie um jeden Preis ins Leben zurückholen. Dafür macht er sich auf den Weg zu einem sagenumwobenen Tempel in einem verborgenen Land, in dem eben dies möglich sein soll. Dort erfährt er von einer körperlosen Stimme von der Macht seines Schwertes und den 16 Kolossen. Diese muss Wander besiegen, damit die lebensrettende Kraft freigesetzt wird. Er ist wild entschlossen alles zu tun, um Mono zu retten – egal, welche Konsequenzen das haben könnte …

Ein Schwert als Kompass

Den Weg zu den Kolossen weist uns unser Schwert: Die Reflexionen der Sonne auf der Klinge sind unser Kompass und leiten uns. Wie schon im Original müssen wir die Kolosse in einer bestimmten Reihenfolge besiegen. Dementsprechend ist die Welt nicht komplett offen und frei begehbar, sondern gibt uns den Weg mit unsichtbaren Barrieren vor. Trotzdem bleibt einiges an Raum zur Erkundung, wenn wir mit unserem Pferd Agro einfach mal ein paar Runden abseits der Wege drehen und die zauberhafte Natur ganz in Ruhe betrachten.

Haben wir den nächsten Koloss gefunden, gilt es, dessen leuchtendes Siegel mit unserem Schwert zu durchstoßen. Dafür müssen wir hoch hinauf – verglichen mit den Riesen haben wir die Ausmaße einer Ameise. Die größte Herausforderung besteht meist darin, den richtigen Startpunkt für die Klettertour zu finden. Mitunter müssen wir den Koloss dafür erst einmal beobachten, seine Bewegungsmuster studieren und ihn gegebenenfalls ablenken. Belohnt wird unsere ganze Mühe schlussendlich mit einem epischen Krachen, wenn der getötete Riese auf dem Boden aufschlägt und dort als riesiges Mahnmal zurückbleibt. Und uns mit einem seltsamen Gefühl der Leere zurücklässt, mit welchem Recht wir da eigentlich ein uraltes Leben ausgelöscht haben …

3 Gründe, sich Shadow of the Colossus nicht entgehen zu lassen

  • Die Fähigkeiten der PS4 Pro werden ausgenutzt: Wir können zwischen zwei Modi wählen. Im Cinematic Mode erfreuen sich unsere Augen an einer höheren Auflösung mit 30 Bildern in der Sekunde – der Performance Mode schraubt die Auflösung etwas herunter, läuft dafür aber mit bis zu 60 fps.
  • Der Soundtrack hat etwas Magisches – genau wie die Geschichte um Wander und die Kolosse. Auch im Remake begleiten uns die bekannten Klänge mit ihrer Mischung aus klassischen Streichern, aufgeregten Trommeln und fernöstlichen Tönen. Lediglich etwas kräftiger und klarer erklingt der Sound – ansonsten blieb er nahezu unangetastet.
  • Der Hauptgrund zum (erneuten) Spielen von Shadow of the Colossus: Bei aller aufpolierter Technik sind die Emotionen noch immer die gleichen. Wenn wir mit unserem treuen Agro durch die karge und verlassene Landschaft reiten und uns den mächtigen Kolossen stellen, läuft uns noch der gleiche wohlige Schauer über den Rücken wie vor zwölf Jahren.