Der Pokémon Go Hype ist abgekühlt

Games 27.10.2016

Im Sommer 2016 konnte vielerorts ein eigenartiges Phänomen beobachtet werden. An öffentlichen Orten versammelten sich Menschen verschiedenen Alters und starrten kollektiv auf ihre Smartphones. Sie alle schienen von einer unsichtbaren Kraft getrieben. Diese Kraft nannte sich Pokéstops und Lockmodule. Doch in den letzten Monaten scheint sie versiegt zu sein. Was ist mit dem Hype rund um die kleinen Monster geschehen? Was soll aus dem größten Trend des Sommers werden und wie reagieren die Entwickler?

Wo sind die Pokémon Go Fans hin?

Auf diese Frage existieren zwei Antworten, die stark mit den Nachteilen des „Augmented Reality Konzept“ zusammenhängen. Die Spieler sahen durch die beliebte App die Welt bevölkert von kleinen, süßen Wesen. Die Jagd nach den Geschöpfen trieb die Pokémeister durch die Städte und zu den Hotspots. Doch viele der eifrigsten Jäger müssen seit September wieder die Schulbank drücken. Dadurch verringert sich auch die Zahl der Lockmodule, die so essentiell für die Treffpunkte sind. Das Treffen im Freien wurde in den letzten Monaten leider auch nicht angenehmer. Die Tage wurden immer kälter und immer kürzer. Beides schob dem sommerlichen Trend einen Riegel vor. Selbstverständlich sind noch Pokémon-Zocker da draußen, aber wegen dieser beiden Gründe prägen sie nicht mehr so eindeutig das Stadtbild und es kommen auch weniger neue Spieler hinzu.

Wie sehen die Zahlen zu Pokémon Go aus?

Ende Juli, nach der Veröffentlichung in Österreich, führte das neue Spiel die App Rankings in der Alpenrepublik an. Niemand schien die kleinen Monster von ihrem Thron stürzen zu können. Doch schon am 12. August war es wieder vorbei mit der Spitzenposition. Meist schaffte das Game nicht einmal den Einzug in die Top 10. In Deutschland ergibt sich ein ganz ähnliches Bild. Bis Ende August konnten in der Bundesrepublik noch 45 Millionen Nutzer verzeichnet werden. Doch schon vor dem Beginn des Herbstes stürzte die Zahl der Player, die täglich auf die Jagd gingen, auf 30 Millionen ab. Doch mit welchen Änderungen und Verbesserungen wollen die Entwickler nun überwintern, damit im nächsten Sommer das Game nicht komplett in Vergessenheit geraten ist?

Die neuesten Änderungen in Pokémon Go

Die jüngsten Updates haben in erster Linie darauf abgezielt, den Spielspaß auch bei einem dünneren Netz aus Spielern und bei kleineren Hotspots aufrechtzuerhalten. So wurde ein Fang-Bonus implementiert, der zu Bonuspunkten führt, sofern viele identische Monsterchen in den Pokébällen landen. Durch diese erzielten Bonuspunkte wird es wiederum einfacher, seltene Exemplare für die eigene Sammlung zu erwischen. Das Training der gefangenen Pokémons wurde ebenfalls stark erleichtert. Anstatt nur einem Monster aus der Sammlung können nun gleich sechs verschiedene gleichzeitig den Trainingsbereich betreten. Die Stärke des Trainingspartners lässt sich zusätzlich anpassen, um die Herausforderung auf Wunsch zu erhöhen.

Das unvergängliche Erbe von Pokémon Go

Ob der Sommertrend des Jahres 2016 weiterhin ein Hit ist, muss jeder für sich entscheiden. Die reinen Zahlen sprechen eher nicht dafür. Trotzdem hat Pokémon Go die Welt dauerhaft verändert. Es handelt sich um das erste „Augmented Reality Game“, welches wie eine Bombe einschlug. Anderen Entwicklern ist dieser Erfolg selbstverständlich auch nicht entgangen. Und so können wir demnächst wohl mit einer ganzen Reihe von ähnlichen Games bzw. Apps rechnen. Selbst wenn Pokémon Go nicht mehr das Stadtbild in den heißen Monaten des Jahres 2017 prägen sollte, dann dürften weiterhin viele Leute nicht ihren Blick vom Smartphone abwenden, wenn sie durch die Straßen jagen.

Auf diese Weise könnte in jeder Saison ein neues Videospiel den letzten Trend ablösen. Unabhängig davon, wie es nun um die Pokémons steht und ob sie ein Comeback im Frühling 2017 feiern, hinterlässt der Hype in jedem Fall diesen Einfluss auf die Gaming-Industrie. Mit „Augmented Reality Games“ lassen sich die Zocker erfolgreich an die frische Luft bringen und sie machen sogar Bewegung. Das ist gesund und macht Spaß. Was wir im nächsten Sommer jagen, ist angesichts dieser Tatsache vielleicht gar nicht so wichtig – Hauptsache es bereitet Freude und bringt die Community zusammen.