Der Weg zum TI 2015 - EU Qualifier

Games 28.07.2015

Zwischen dem 3. und 8. August dieses Jahres dürfen sich alle E-Sport-Fans und noch mehr die DOTA 2 Fans erneut glücklich schätzen. Das größte E-Sport Event, zumindest nach Preisgeld bemessen, öffnet wieder seine Pforten und lädt uns zum Genuss von Pro-Level-Dota ein. Damit dieses hohe Niveau garantiert bleibt, muss die Auswahl der Teams selbstverständlich sehr strikt erfolgen. Wir wollen euch kurz den Auswahlprozess erläutern, bevor wir uns eingehender mit dem Qualifikationsturnier für die Region Europa beschäftigen.

Welche Teams dürfen The International 2015 besuchen?

In diesem Jahr dürfen 16 Teams am Main Event teilnehmen. Im Jahr 2014 waren es noch acht Teams, also handelt es sich hier um eine Verdoppelung. Ganze zehn Teams wurden in diesem Jahr sogar einfach eingeladen:

  • Vici Gaming
  • Team Secret
  • LGD Gaming
  • Cloud 9
  • Team Empire
  • Virtus.Pro
  • Evil Geniuses
  • Invictus Gaming
  • Fnatic
  • Newbee

Die meisten direkten Invites stellen keine Überraschung dar. Newbee und Vici Gaming stellen die Finalisten des letzten Jahres. Evil Geniuses und Team Secret gehören zu den besten DOTA 2-Teams weltweit, wie die vergangene ESL One Frankfurt ebenfalls bewiesen hat. Virtus.Pro konnte auf der letzten Dreamhack Summer in Jönköping extrem überzeugen. Nur der zweite Finalist aus Schweden, Natus Vincere, fehlt hier ein wenig. Es mag manche verwundern, dass beispielsweise LGD Gaming oder Team Empire hier den Vorzug bekommen haben.

Aber nicht nur eingeladene Teams hatten eine Chance zur Teilnahme. Es wurden ebenfalls offene Qualifikationsturniere veranstaltet, die wiederum in die regionalen Turniere mündeten. Die Gewinner der offenen Qualifikationen stellten das zehnte Team in der regionalen Chance und in diese waren neun weitere Teams eingeladen. Der Sieger der Regionen kommt direkt ins Turnier in Seattle, während die jeweiligen Zweitplatzierten für eine Vorrunde in den Bundesstaat Washington fliegen dürfen.

Der EU Regional Qualifier

Nachdem wir nun kurz die Wege erläutert haben, die ein Team zum größten DOTA 2-Turnier bringen können, wollen wir uns kurz die regionalen Qualifier ansehen. Wir konzentrieren uns hier nicht auf die Open Brackets sondern auf das einzelne Turnier mit den zehn Teams. Unser erster Fokus liegt selbstverständlich auf Europa. Die bekanntesten Teams waren unbestreitbar Alliance, Vega Squadron und vielleicht London Conspiracy. Aber bei einem Team konnten wohl wenige glauben, dass sie nicht direkt nach Seattle eingeladen wurden: Natus Vincere alias Na'Vi. Schließlich gehörten diese Fan-Favourites aus der Ukraine seit dem Jahr 2012 zu fixen und auch erfolgreichen Teilnehmern des International. Zugegebenermaßen haben die Jungs rund um den Carry Dendi im letzten Jahr und 2015 nicht mehr alles gewonnen, wie dies im Jahr 2013 noch der Fall war. Zwei Silbermedaillen und ein Viertelfinaleinzug beim International sollten aber eigentlich für eine Einladung reichen. Doch so mussten sie sich mit neun anderen Teams um zwei Tickets nach Seattle batteln.

Niemand wollte es wirklich glauben, dass es ein International ohne das ukrainische Team geben könnte, das praktisch das ganze Jahr 2013 hindurch nur mit seinem Namen für Top DOTA 2 stand. Der Verlauf des Qualifier ließ diese alternative Realität, ohne Na'Vi, in manchen Köpfen fast schon wahr werden. Die Matches gegen 4 Anchors + Sea Captain zeigten nichts von ukrainischer Dominanz und im ersten Game gegen Vega Squadron wurden Dendi und sein Team praktisch in der Luft zerfetzt. Doch wahre E-Sport-Legenden wissen eines: Win when it matters!

In diesem Sinne begann Natus Vincere im zweiten Spiel plötzlich wie wild aufzudrehen. Selten wurde ein Ursa durch Positional Play so nutzlos gemacht. Kein Roshan konnte von Vega gesichert werden und so gab Na'Vi den Gefallen zurück und zerfetzte Vega Squadron in circa 30 Minuten.

Im dritten Spiel stellte sich Na'Vi mit einem sehr traditionellen Draft auf. Da sahen wir auf der Dire Seite einen Beastmaster, einen Earthshaker, den sehr traditionellen Ancient Apparation, den mittlerweile kaum noch gespielten Juggernaut und Dendi auf der Queen of Pain. Bei diesem Team fühlte man sich wirklich zwei Jahre in die Vergangenheit versetzt und das war auch die Zeit der Ukrainer. Folglich war Game 3 ebenso ein recht klarer Win.

Im vierten Game durfte Dendi auf seinem so präferierten Dragon Knight überzeugen und diese Partie ging ebenfalls sehr eindeutig auf das Konto von Natus Vincere. Nach viel Bangen und aus Spannung an Nägeln knabbern, dürfen wir uns doch wieder auf einen Auftritt von Na'VI beim The International 2015 freuen – und gerade wenn nicht jeder die beste Leistung von ihnen erwartet hat, konnten sie in Seattle wirklich aufräumen. Nur wen sollen wir wirklich anfeuern wenn Na'Vi gegen Team Secret oder EG antritt – das müssen wir erst noch entscheiden.