Mittelerde: Schatten des Krieges – der Kampf gegen Sauron geht weiter

Mittelerde: Schatten des Krieges – der Kampf gegen Sauron geht weiter
Games 10/10/2017

Alles rund um Mittelerde und die Welt, die J.R.R. Tolkien erschaffen hat, begeistert auch nach langer Zeit noch. Nach drei Jahren erscheint nun der Nachfolger vom hochgelobten Mittelerde: Mordors Schatten. Schatten des Krieges schließt direkt an seinen Vorgänger an und spielt sich sehr ähnlich. Wie es sich für einen Nachfolger gehört, gibt es jedoch auch einige Neuerungen. Kleine Schwächen haben die Entwickler ausgeglichen und erfolgreiche Konzepte – allen voran das Nemesis-System – noch weiter ausgebaut. So ist ein Action-RPG entstanden, das kaum Wünsche offen lässt und für viel Spielspaß sorgt.

Wie viel Tolkien steckt drin?

Wie sehr sich die Geschichte an der Vorlage Tolkiens orientiert, darüber gab es bei Mordors Schatten schon unterschiedliche Meinungen. Besonders eingefleischte Herr-der-Ringe-Fans finden schließlich jede noch so kleine Ungereimtheit, die sich nicht mit der Handlung in den Büchern vereinbaren lässt. Auch bei Mittelerde: Schatten des Krieges wird es diese Diskussionen zweifelsohne wieder geben. Doch vor allem die bekannten Schauplätze in Mordor und Gondor sorgen dafür, dass wir uns in Mittelerde gleich heimisch fühlen.

Die Story schließt nahtlos an den Vorgänger an und spielt zeitlich wieder zwischen den Ereignissen in Der Hobbit und Der Herr der Ringe. Wir spielen nach wie vor den Waldläufer Talion, der mit dem Geist des Elbenfürsts Celebrimbor verschmolzen ist. Gemeinsam kämpfen sie dafür, dass Mittelerde endlich von Sauron befreit wird. Dafür haben sie einen eigenen Ring der Macht geschmiedet. Dieser hilft uns unter anderem dabei, dass sich Orks, Trolle und andere Mordor-Kreaturen uns unterwerfen und auf unsere Seite wechseln. Und so nehmen wir nach und nach die Regionen Mordors mitsamt der Ork-Festungen ein und vergrößern stetig unsere Truppen.

Das erweiterte Nemesis-System

Der ganze Stolz der Entwickler ist das Nemesis-System. Dieses sorgt in Mittelerde: Schatten des Krieges für viel Abwechslung und individuelle Spielverläufe. Denn die Ork-Krieger – seien sie uns (noch) feindlich gesinnt oder bereits unterworfen – verhalten sich immer unterschiedlich und besitzen individuelle Charaktereigenschaften. Je nachdem, was wir für Entscheidungen treffen und wie wir eine Festung einnehmen, orientieren sich auch unsere Gefolgsleute daran. Holen wir gleich die Fackeln raus und räuchern den Gegner aus oder schleichen wir uns durch die Hintertür und meucheln den Feind hinterrücks ab? All das beeinflusst das Spiel. Die Persönlichkeiten unserer Feinde wie auch unserer Gefolgsleute werden noch stärker herausgestellt und sorgen für eine persönliche Note. Denn die genaue Zusammensetzung der Orks und unserer Truppe kann immer anders aussehen – genau wie die Festungen, die sich in ihrer Architektur je nach Overlord unterscheiden. Mit den unterschiedlichen Ork-Stämmen, die es im Spiel gibt, ist noch mehr Abwechslung garantiert.

Festungen erobern und nebenbei durch die Wälder streifen

Mittelerde: Schatten des Krieges weist eine deutlich größere offene Welt auf als der Vorgänger. Dort können wir umher ziehen und allerhand Gegenstände finden sowie Nebenquests erledigen. Die Hauptmission konzentriert sich auf die kontinuierliche Eroberung der Festungen von Mordor. Und diese laufen sehr komplex ab. Wer das erste Spiel kennt, wird sich sicher schneller zurechtfinden. Für alle anderen sind die Schlachten zunächst recht unübersichtlich. Da wir sowohl selbst kämpfen als auch unseren Oberbefehlshabern Aufgaben zuteilen, verliert man gerade bei den ersten Eroberungen durchaus schnell die Übersicht. Das Gleiche gilt für die direkten Kämpfe, die teilweise in den engen Gassen der Festung stattfinden. Doch gerade dieses Gewusel macht den Reiz aus und lässt das Ganze wie ein echtes Schlachtgetümmel wirken. Doch auch wenn manchmal ein chaotischer Eindruck entsteht, müssen die Eroberungen gut geplant sein. Bevor wir den Sturm auf eine Festung beginnen, gilt es, die Lage genauestens zu sondieren. Was für Fähigkeiten hat der Overlord, welche Stützpunkte müssen eingenommen werden und wie sieht die Architektur der Festung aus? Viele Fragen, die eine gute Portion Taktik mit ins Spiel bringen und für einen gelungenen Mix zwischen Strategie und dynamischen Kämpfen sorgen. Denn das Kampfsystem ist sehr ähnlich gestaltet wie beim Vorgänger und geprägt von Kombos, geschickten Konter-Attacken sowie Ausweichmanövern.

Nicht nur für Tolkien-Fans

Monoliths Productions haben es wieder geschafft, den Geist von Mittelerde einzufangen – auch wenn die Geschichte auch gut und gerne in einem völlig anderen Setting hätte spielen können. Ob man nun großer Tolkien-Fan ist oder nicht, Mittelerde: Schatten des Krieges macht in jedem Fall viel Spaß. Und wer die umfangreiche Hauptstory erfolgreich absolviert hat, kann sich an den Shadow Wars-Modus wagen. Hierbei müssen die Spieler die eingenommen Festungen als Verteidiger vor feindlichen Angriffen schützen. Auch in diesem Modus müssen wir die Ork-Krieger wieder geschickt einsetzen, damit der Feind beim Sturm auf die Festung versagt. Langzeitmotivation und viele Spielstunden sind uns also gewiss.