A Way Out: Knastbrüder brechen aus
Games 20.03.2018

A Way Out bringt den Splitscreen zurück – und zwar aus gutem Grund: Jeder der beiden Charaktere – Vincent und Leo – muss(!) von einem einzelnen Spieler gesteuert werden! Einen Singleplayer-Modus gibt es hier nicht. A Way Out ist ein vollständig auf Koop ausgelegtes Game. Diese Tatsache macht es gemeinsam mit der spannend und geradezu filmreif erzählten und präsentierten Geschichte für uns zu einem absoluten Highlight 2018.

Konsequentes Koop-Spiel ohne Singleplayer-Action

Multiplayer-Modi in Spielen sind immer wieder ein Streitthema, meistens im Zusammenhang mit Mikrotransaktionen und Beschränkungen, die zulasten des Spielspaßes gehen. Bei A Way Out ist der Multiplayer-Modus jedoch das, worauf sich die meisten freuen. Viele Gamer sehnen sich nämlich wieder nach mehr lokalen Koop-Sessions. Zu zweit auf der Couch lümmeln und das Spiel wirklich gemeinsam erleben können: Das bietet A Way Out. Und zwar in einer Art und Weise, wie sie kaum ein anderes Spiel zu bieten hat. Das gesamte Game muss von Beginn bis zum Abspann von zwei Spielern bestritten werden und die Geschichte um die zwei Knastausbrecher wird in der Splitscreen-Ansicht präsentiert. Die Spieler müssen sich durchaus intensiv zu den nächsten Schritten absprechen. Doch auch zwei Freunde, die weiter voneinander entfernt wohnen, können A Way Out gemeinsam zocken. Richtig fair: Nur einer muss sich das Spiel tatsächlich kaufen. Ob für PS4, PC oder Xbox One – der Besitzer der Vollversion lädt einfach seinen Freund ein und dieser kann kostenlos in das Spiel einsteigen.

Filmreifes Storytelling im Splitscreen

Der Splitscreen verleiht A Way Out seinen besonderen Reiz und wird hier geradezu vorbildlich für die spannende Inszenierung der Story genutzt. Denn der geteilte Bildschirm verändert sich ständig. Mal sehen die Spieler gemeinsam eine Zwischensequenz, dann haben wieder beide in der Third-Person-Ansicht Kontrolle über Leo beziehungsweise Vincent. Im einen Moment hat der eine mehr Bildschirmfläche zur Verfügung – dann wieder der andere. Und besonders cool wird es, wenn einer von beiden aufgrund einer Aktion in einer Cutscene steckt, der andere sich jedoch frei bewegen kann. Er beobachtet von außen die Szene und kann mitunter sogar eingreifen: Die Übergänge sind vollkommen fließend. Wirklich ein Spielerlebnis, wie wir es noch nie gesehen haben.

Keine Langeweile mit Vincent und Leo

Im Laufe der Geschichte erfahren wir immer mehr über die Charaktere Leo und Vincent, ihre Biografien sowie ihre Beweggründe. Der Gefängnisausbruch samt anschließender Flucht verspricht auch durch die Abwechslung bei den Gameplay-Elementen viel Spannung. Schleichpassagen wechseln sich ab mit wilden Verfolgungsjagden. Und auch unser Köpfchen müssen wir beim Entwickeln des Fluchtplans anstrengen. Da es immer mehrere Möglichkeiten gibt, eine Aufgabe zu lösen, gilt es, stets gut abzuwägen. Grundsätzlich können wir jede Aktion und jedes Gespräch entweder mit Leo oder mit Vincent angehen. Welcher der beiden einer Aufgabe am ehesten gewachsen ist – diese Entscheidung liegt ganz bei uns. Wir erwarten hier so einige spannende taktische Besprechungen auf der Couch.

5 Gründe, warum uns A Way Out begeistert

Dieser Geheimtipp wurde von Hazelight Studios produziert, einem schwedischen Entwicklerteam. EA Originals bietet dem kleinen Studio eine größere Präsentationsplattform. Wir haben unbestreitbar eine Schwäche für Indie-Perlen – doch dieses Game ist wirklich mal etwas ganz Besonderes. Das sind die besten Gründe, warum sich niemand A Way Out entgehen lassen sollte:

  • Das gesamte Spiel ist für den Koop-Modus entwickelt und nutzt ihn so richtig aus. Wir bewundern den Entwicklermut, den Einzelspieler-Modus so konsequent wegzulassen.
  • Absolut fair den Spielern gegenüber ist es zudem, dass auch zum Online-Koop-Zocken nur einer der Spieler eine Kopie erwerben muss.
  • Keine Déjà-vus: Hier werden keine monotonen Aufgaben oder Zwischensequenzen recycelt. Von vorne bis hinten bietet A Way Out Abwechslung pur.
  • Es gibt keine feste Rollenverteilung für Vincent und Leo: Wir haben also allerhand Möglichkeiten und verschiedene Optionen, wie wir im Spiel vorankommen.
  • Das Storytelling mit dem Splitscreen ist innovativ umgesetzt: Der geteilte Bildschirm ist nie störend, sondern trägt im Gegenteil einen großen Teil zur Dynamik des Spiels bei.