Skyrim VR: Den Drachen ganz nah

Skyrim VR: Den Drachen ganz nah
Games 20.11.2017

Der Sargdeckel bricht auf und ein Draugr kriecht aus ihrem kalten Grab. Wir holen weit zum Schlag aus und lassen unseren mächtigen Zwergenhammer auf sie niedersausen. Wer hat bei den stundenlangen Ausflügen in Himmelsrand nicht davon geträumt, einmal tatsächlich in echt den Hammer zu schwingen!? Nun wird dieser Traum (fast) Wirklichkeit. In Skyrim VR tauchen wir so tief und intensiv wie nie zuvor in eines unserer liebsten Rollenspiele ein.

Ganz Himmelsrand oder doch nur Weißlauf?

Die meisten Spiele für VR sind vor allem eins: sehr kurz. Nicht selten ist der Spielspaß nach nur einer halben Stunde vorbei. Schon lange verlangen Gamer mehr vollwertige Titel oder komplette Umsetzungen bekannter Spiele in Virtual Reality. Nach Resident Evil ist nun mit The Elder Scrolls V: Skyrim ein weiterer hochkarätiger Titel in vollem Umfang mit VR-Brille spielbar. Doom und Fallout folgen ebenfalls noch dieses Jahr. Von Falkenring bis Winterfeste können wir in Skyrim VR alles so entdecken wie im originalen Spiel, sogar die Gegenden aus den DLCs.

Locomotion oder Teleportation: Die Steuerung

Doch da fängt es schon an: Wie kommen wir denn vom Süden in den Norden? Bei der Fortbewegung hat ein Drachenblut in Skyrim VR verschiedene Möglichkeiten.

Der Dualshock-4-Controller

Ganz klassisch ist die Steuerung mit dem Dualshock-4-Controller möglich und funktioniert dabei wie gewohnt. Bewegungen sind damit flüssig und übergangslos möglich, mit den Analogsticks bewegen wir uns vorwärts und blicken uns nach Belieben um. Das sieht wunderbar aus – hat jedoch auf empfindliche Mägen mitunter ungewollte Auswirkungen. Denn so ein virtueller Spaziergang verursacht mit der VR-Brille auf der Nase nicht selten Übelkeit.

Die PlayStation Move-Motion-Controller

Um dem vorzubeugen, können Gamer in Skyrim VR – wie in vielen anderen VR-Spielen – die Fortbewegung per Teleportation wählen. Dies ist beim Spielen mit den Move-Controllern möglich. Dabei erscheint auf Knopfdruck ein Lichtstrahl aus der linken Hand, der einen bestimmten Punkt anvisiert. Wird der Knopf losgelassen, teleportieren wir uns genau dorthin. Dieser ruckartige Wechsel ist zwar nicht so hübsch anzusehen, aber dafür magenfreundlich. Denn dem Gehirn wird nicht vorgegaukelt, dass sich der Körper normal bewegen würde, wenn er doch tatsächlich stillsteht. Wir können uns auf Wunsch mit den Move-Motion-Controllern aber auch flüssig fortbewegen. Dabei geht unser virtuelles Ich auf Knopfdruck in die Richtung, in die der Controller zeigt.

Wir spüren fast die Skelette zerbrechen

Wer zugunsten der klassischen Fortbewegung komplett auf die Move-Controller verzichtet, verpasst leider ein absolutes Highlight. Denn die Kämpfe mit den Move-Motion-Controllern sind intuitiv, immersiv und einfach spaßig. Wir steuern unsere Waffen komplett frei. So ist es beispielsweise möglich, sich die Waffe dicht vor das Gesicht zu führen und endlich mal die vielen feinen Verzierungen auf unserem kunstvoll geschmiedeten Vulkanglasschwert zu bewundern. Und mit unseren in Flammen stehenden Händen machen wir mit einem Schwenk unserer Arme einfach mal einen Rundumschlag in einer größeren Gegnergruppe. Auch das Schießen mit Pfeil und Bogen läuft sehr intuitiv ab: In der einen Hand befindet sich der Bogen, in der anderen der Pfeil. Wir führen einfach beide Hände zusammen, haken den Pfeil mit einem Knopfdruck ein und bewegen die Hände auseinander, so als würden wir den Bogen spannen. Jetzt fehlt zwar noch der spürbare Widerstand der Bogensehne – aber wir sind selbst so schon total begeistert.

„Fus Ro Dah“: Wir schreien mit..

..was jedoch leider keinen Effekt hat. Das wäre natürlich das i-Tüpfelchen: ein Mikrofon, in das wir die Drachenschreie hineinbrüllen müssen. So schreien wir einfach sinnlos unseren Fernseher an. Eine Folge des tollen Mittendrin-Gefühls, das uns Skyrim VR beschert. Denn wenn die großen Frostbissspinnen auf uns zukommen, ein Riese mit seiner Keule ausholt oder gar ein Drache zum Sinkflug ansetzt, kann es schon mal vorkommen, dass wir uns ducken und wegdrehen. Gerade dank der Move-Controller fühlt sich Skyrim ganz anders an als bisher. Ein Stück weit ist Skyrim VR ein neues Game – ein Game, dass es sich zu spielen lohnt. Übrigens: Nicht nur PlayStation-Besitzer kommen in den Genuss von Himmelsrand in Virtual Reality. 2018 erscheint Skyrim VR auch für den PC und HTC Vive.