Survival Horror Games – Der perfekte Nervenkitzel

Games 15.03.2016

Neben Alone in the Dark gehörte Resident Evil zu den ersten wirklich populären Survival Horror Games. Sogar die Bezeichnung des Genres geht auf den Text eines Ladescreens in diesem Vorreiter des Horror Gameplays zurück. Seit diesen ersten Tagen und diesen ersten Zombiehunden, die durch die Fenster im Gang springen, verursachen gruselige Games eigentlich sogar mehr Gänsehaut als die Filme aus der Horror-Ecke. Doch warum jagt uns mittlerweile eher der verrückte Doktor Trager in unseren Alpträumen und viel seltener Freddy Krueger? Welchen besonderen Reiz bietet das Genre, wenn sogar weltbekannte YouTuber wie PewDiePie ihren Erfolg auf Games wie „Amnesia: The Dark Descent“ aufbauen konnten? Dieser Beitrag soll die Lust am Gaming Schrecken ein wenig erläutern.

In der ersten Reihe des Horror-Vergnügens

Gerade die First-Person-Games zeigen besonders deutlich die Stärken dieser Videospiele. Wir ziehen hier als perfektes Beispiel Outlast heran, da für viele eine Irrenanstalt Urängste weckt und der Charakter im Spiel praktisch wehrlos ist. Darüber hinaus versteckt sich der Spieler in diesem Game sehr oft in einer dunklen Ecke oder rennt um sein Leben.

Dieses Spiel zeigt sehr deutlich, wie intensiv die Gamer die Angst des Survival Horrors erleben können. Jedes Mal, wenn einer der verrückten Insassen den Spieler entdeckt, stößt er Flüche oder grunzende Laute aus, um die Verfolgung einzuleiten. Sofort beginnt der Puls des Spielers zu steigen. Es zieht ihn regelrecht in die Welt des Spiels hinein. Bald ist die eigene Umwelt vergessen und man ist komplett in das Gameplay involviert. Der Spieler spürt die Lebensgefahr und Verwirrung, welche durch das Adrenalin ausgelöst wird. Es geht darum sofort zu schalten, zu entscheiden und in eigentlich unbekanntem Terrain einen Ausweg zu finden. Zwischen diesen heißen Phasen gibt es auch Abschnitte des bangen Wartens in einer Ecke oder in einem Kleiderschrank. Wird das personifizierte Böse, mit dem sich nicht verhandeln lässt, bald um die nächste Ecke biegen? Es gibt zwar Ausnahmen in der Community, die selbst solchen Spielen mit künstlich aufgesetzter Coolness begegnen, aber die Mehrheit der Gamer braucht an einem gewissen Punkt eine Auszeit von dieser ständigen Anspannung und dem pausenlosen Horror.

Genau diese Achterbahn der Gefühle, zwischen Adrenalinschüben und zitterndem Kauern, stellt das Erfolgsrezept des gesamten Genres und ebenso der dazugehörenden Streams bzw. Let's Plays dar. Kaum eine andere Beschäftigung lässt den Alltag schneller verschwimmen oder vielleicht sogar vergessen. Zu den Charakteren in Filmen besteht doch noch ein wenig Abstand bzw. eine gewisse Distanz. Aussagen, wie „Sei doch nicht so blöd und geh da rein!“ beweisen diesen Umstand. In einem Survival Horror Game trifft der Spieler selbst diese blöden Entscheidungen, zu denen die Angst einfach treibt.

Das Happy End ist nicht gewiss

Zusätzlich zu diesem Gefühl, direkt im Horror drin zu stecken, erlauben Games eine eigene, individuelle Geschichte zu erzählen. Der Rhythmus des Handlungsverlaufs passt sich praktisch vollständig an die Präferenzen des jeweiligen Spielers an. So besitzt der Schrecken die gewünschte Zeit, um in jede Faser des Körpers einzudringen.

Darüber hinaus muss der Spieler auch selbst für das Happy End sorgen, anders als bei Kinofilmen, wo man bloß passiver Zuseher ist. In einem Game besteht diese Gewissheit nicht, dass alles gut ausgehen wird. Die Angst, dass all dieser Horror umsonst sein würde und keine Erlösung folgen könnte, steigert die Intensität noch zusätzlich. Schließlich lastet auch die Verantwortung der Handlung auf den Schultern des Spielers.

Abschließend muss auch gesagt werden, dass die Entwickler sehr viel im Survival Horror Genre dazugelernt haben. In Resident Evil konnte sich der Spieler noch relativ effizient wehren, wenn auch die Munition teilweise knapp war. In den neuen First-Person-Games (Outlast, Amnesia, SOMA etc.) wurden die sammelbaren Objekte auf das Allernotwendigste reduziert. Sehr oft gibt es nur Lichtquellen, wie Streichhölzer oder Kamerabatterien, und vielleicht ein paar Items für Heilung zu finden. Diese Einschränkung der Möglichkeiten muss als kluger Schachzug bezeichnet werden, denn die entstehende Hilflosigkeit ist vielleicht die letzte Zutat, welche Survival Horror Videospiele so unterhaltsam, so fesselnd und vielleicht sogar besser als Gruselfilme macht.