Games 07.03.2017

Dass Videospiele auch körperliche Reaktionen hervorrufen können, haben diverse Studien bereits belegt. Allen voran können actionorientierte Spiele die Herzfrequenz steigern und für ordentliche Adrenalinschübe sorgen. Oft merkt man das nicht einmal, und die Ursachen sind erstaunlich. So sorgt beispielsweise die Geräuschkulisse in Actionspielen oft schon für einen hohen Puls, ohne dass der Spieler es merkt. Der absolute Extremfall sind jedoch die Profis im Bereich E-Sport – hier erreicht die Herzfrequenz durch Konzentration und Anspannung mitunter Werte, die mit denen von Athleten klassischer Sportarten vergleichbar sind. So sind die Cortisol-Werte im Blut (Cortisol ist ein Stresshormon) vergleichbar mit denen von Rennfahrern, und der Puls kann auf 160 oder 180 ansteigen. Aber auch wir Hobbyzocker kennen die Situationen, in denen uns Spiele zum Schwitzen bringen, der Stresslevel steigt und das Herz schneller pumpt als normal. Das sind Spiele, die unseren Puls in die Höhe treiben:

Dota 2, League of Legends und Co.

Nicht umsonst schickt Schalke 04 seine Profizocker aus dem League-of-Legends-Team regelmässig zum Sportcheck und zum Work-out. Das Genre „Multiplayer Online Battle Arena“ (MOBA) verlangt Spielern viel ab. Ständig steht man unter Strom, muss mehrere Dinge gleichzeitig im Auge behalten, die Konzentration aufrecht erhalten, blitzschnelle Reaktionen und einen klaren strategischen Kopf bewahren. Das macht sich auch körperlich bemerkbar, egal, ob das Spiel LoL oder Dota 2 heisst. Adrenalin und Aufregung sind für diese Spieler Alltag. Spätestens wenn es zu einem Showdown zwischen den Teams kommt, der spielentscheidend sein kann, kommt auch der coolste Zocker ins Schwitzen, weil der Puls nach oben geht. Und das ist keine Ausnahme, sondern ganz normal. Fast jedes Match kann genau das auslösen, besonders wenn es Wettbewerbe und Turniere sind oder man ganz oben mitspielt.

Shooter: Herzschlag im Maschinengewehr-Takt

Was für die MOBAs gilt, gilt für Shooter schon lange! Okay, zugegeben: Der Maschinengewehr-Takt ist ein wenig übertrieben, aber nichtsdestotrotz sind es vor allem Ego-Shooter, die uns Adrenalinschübe verpassen und ins Schwitzen bringen. Besonders in team- und rundenbasierten Shootern wie Counter-Strike kann es zu Ausnahmesituationen kommen, in denen der Puls hochgeht. Wenn man als letzter verbleibender Spieler im Team noch das Spiel herumreisst, vermischen sich Adrenalin und Glückshormone. Aber auch die grossen Schauplätze in Battlefield, die rasanten Matches in Call of Duty und andere Shooter können so etwas auslösen. Und hier spielt noch der Faktor eine Rolle, dass bereits die Soundkulisse die Herzfrequenz nach oben treibt. Besonders in Battlefield 1 erleben wir genau das immer wieder: Explosionen, Schüsse und die Todesschreie der anderen Spielfiguren sorgen für eine aufregende Grundstimmung, die durch die realistische Action noch angeheizt wird.

Nur ein Leben: Spiele im Hardcore-Modus

Aber nicht nur in Spielen, in denen wir gegen andere Spieler antreten, steigt die Herzfrequenz und wir erleben regelrechte Adrenalinschübe. Auch im Einzelspielermodus oder in kooperativen Spielen lässt sich das erleben, wenn man im guten alten „Hardcore-Mode“ spielt. Das bedeutet konkret, dass man nur ein Leben hat und sämtlicher Fortschritt mit dem Tod des Charakters im digitalen Nirwana verschwindet. Veteranen des Action-Rollenspiel-Genres kennen das vermutlich bereits vom Klassiker Diablo 2, und auch in Diablo 3 gibt es im Kampf gegen Gegnerhorden wieder den zusätzlichen Nervenkitzel, weil man weiss, dass der gesamte Fortschritt bei einer kleinen Unachtsamkeit hinüber sein kann. Ein weiteres Beispiel ist die XCOM-Reihe: Besonders erfahrene und mutige Commander spielen hier im „Ironman“-Modus, der nur einen Spielstand zulässt, der regelmässig automatisch überschrieben wird. Sterben Crew-Mitglieder oder man vergeigt eine Mission, gibt es kein Zurück. Auch andere Spiele greifen den Hardcore-Gedanken auf, zum Beispiel The Witcher 3 oder Doom.

Die Krone in diesem Bereich geht unserer Meinung nach jedoch an Multiplayer-Survival-Spiele. Spiele wie DayZ, in denen der Fortschritt von Tagen und Wochen mit dem digitalen Ableben ebenfalls auf immer verschwindet und der grösste Feind nicht die Spielwelt, Zombies oder andere computergesteuerte Gegner sind, sondern andere Spieler. Dadurch, dass man wieder bei null startet und man eine Verbindung mit seinem Avatar entwickelt, wird jedes feindliche Aufeinandertreffen mit anderen Spielern zum nervenaufreibenden Erlebnis, bei dem der Puls in die Höhe schiesst und jede kriegerische Auseinandersetzung zum adrenalingeladenen Ausnahmezustand wird. Ein einmaliges Erlebnis, bei dem man die körperlichen Auswirkungen von Games deutlich spüren kann.