Controller vs. Keyboard

Games 24.06.2016

Die Konsolenkriege werden nicht mehr so scharf geführt, wie vor einigen Jahren, aber ein Thema vermag Gamer weltweit immer noch zu spalten. Spielt es sich besser mit Controller oder doch eher mit Tastatur und Maus? Viele sehen darin die Auseinandersetzung zwischen PC und Konsole (ein Subgenre der Konsolenkriege), obwohl mittlerweile die einzelnen Controller der PlayStation oder Xbox problemlos auch am PC verwendet werden können. Trotzdem verteidigen viele PC Gamer sehr eisern ihren „Way of Gaming“ und hitzige Debatten können immer wieder ausbrechen, wenn es heisst „Controller vs. Keyboard“. Wir führen für beide Seiten einige Argumente in diese Schlacht.

Ideale Games für Controller oder Keyboard

Auf der Controller Seite haben wir zum einen Fight Games (zB Street Fighter V) und zum anderen Sportspiele wie FIFA 2016. In beiden Genres haben weder Maus noch Tastatur etwas zu suchen und bieten um Längen schlechtere Performance. Gerade diese Videospiele bewegen selbst eingeschworene PC Gamer dazu, sich einen Controller für ihren stolzen Computer zuzulegen. Der Hauptgrund dafür ist die synchron viel besser funktionierende Steuerung von Bewegungen und Aktionen. Schon das Design der Controller ist darauf ausgelegt, möglichst wenige Charaktere möglichst actiongeladen zu steuern.

Ganz konträr sieht es im Genre der „Real Time Strategy Games“ aus. So manch älterer Gamer kann sich vielleicht noch daran erinnern, wie er Command & Conquer auf der PlayStation 1 gespielt hat und sich die ganze Zeit nur über die Steuerung ärgern musste. Moderne RTS Spiele würden sich vor allem im Multiplayer gar nicht mehr mit Controller steuern lassen, einfach weil die Zahl der Tasten zu begrenzt ist. In StarCraft II würde ein Spieler mit Controller wohl überlaufen werden, bevor er den ersten Tank gebaut hat. Ähnliches gilt für MMORPGs. Spiele wie ASTA oder Black Desert würden sich theoretisch eher mit einem Controller steuern lassen, als ein RTS, aber die Möglichkeiten wären doch stark eingeschränkt. Wer an all die Makros und die Tastenbelegungen denkt, die erfahrene MMO Spieler nutzen, wird bald die volle Einsatzfähigkeit von Controllern bezweifeln.

Bei Ego Shootern scheiden sich die Geister. Games wie Halo beweisen durchaus, dass sich Shooter sehr wohl mit Controller spielen lassen und viele Zocker bevorzugen dies auch. Die Erfolge von „Tom Clancy's The Divison“ oder Call of Duty auf den Konsolen lassen diesbezüglich keine Zweifel offen. Doch andere Gamer behaupten, dass sich Ego-Shooter nur mit Maus und Tastatur auf höchstem Niveau spielen lassen. Gerade die Fangemeinde von „Counter-Strike: Global Offensive“ betont immer wieder, dass genaues und gleichzeitig schnelles Zielen nur mit einer Maus möglich ist. In dieser Hinsicht haben wohl beide Seiten irgendwie Recht.

Performance und Lernkurve von Controller und Keyboard

Bezogen auf die idealen Games ergibt sich wohl oder übel ein Unentschieden. Controller und Joysticks dominieren Fight Games und Sportspiele, während bei RTS und MMORPGs dem Keyboard der Vorzug zu geben ist. Bei Ego Shootern besitzen beide Seiten gute Argumente. Vielleicht kann dem Controller noch ein leichter Vorteil bei Third-Person Spielen, wie Dark Souls III oder GTA V zugesprochen werden, aber dafür lassen sich Simulationen (Sim City oder Skyline) wiederum besser am PC steuern. Das Unentschieden scheint hier also die einzig faire Entscheidung und deshalb widmen wir uns dem Komfort der Bedienung und wie leicht sich diese erlernen bzw. meistern lässt.

Für Anfänger empfiehlt sich unbestreitbar ein Controller, da die Steuerung hier viel intuitiver funktioniert. Eine korrekte Steuerung mit Keyboard und Maus zu erlernen, benötigt hingegen einiges an Übung. Noobs treffen in der Hitze des Gefechts oft die falsche Taste und Missclicks können spielentscheidend sein. Dafür ist mit einem Controller relativ schnell eine Grenze erreicht, ab der kaum eine Verbesserung mehr möglich ist, während ein „Meister der Bedienung“ aus einem Keyboard und einer Maus viel mehr herausholt. Manche Pros in Fighting Games werden nun die hohe Geschwindigkeit anführen, mit der sie ihre Charaktere steuern. Aber hier handelt es sich um eine sehr kleine Palette an Befehlen. In einem RTS werden Dutzende Einheiten gebaut, in zahlreichen Steuerungsgruppen kontrolliert und gleichzeitig verschiedene Positionen auf einer grossen Karte beachtet – all das in mindestens der gleichen Geschwindigkeit (300 bis 450 APM).

Bezüglich des Komforts ergibt sich ein ähnliches Bild. Bei der längeren Verwendung eines Controllers treten schneller Verkrampfungen und Ermüdungserscheinungen als bei einem Keyboard und einer Maus ein. Durch das Karpaltunnel-Syndrom können die Ermüdungserscheinungen beim Keyboard hingegen gravierender sein. Dem muss mit entsprechenden Zusatzprodukten (Handgelenkstütze) entgegen gewirkt werden. Damit ergibt sich aber eine Entscheidung in unserer Schlacht:

Für „Viel-Zocker“ gewinnt Mouse & Keyboard – Für „Gelegenheits-Zocker“ gewinnt der Controller!