Gaming-Klischees, die einfach nicht wahr sind

Gaming-Klischees, die einfach nicht wahr sind
Games 26.07.2017

Welcher Gamer kennt es nicht: Man steht in einer beliebigen Gruppe beisammen und unterhält sich über seine liebsten Freizeitbeschäftigungen. Erwähnt dann einer, dass er oder sie Videospiele spielt, sind die Reaktionen nicht selten überraschte Blicke oder gar Unverständnis. Oft dauert es dann auch nicht lange und es kommen Kommentare wie „Werd doch mal erwachsen“ oder „Videospiele sind doch gewaltverherrlichend“. Obwohl Gaming in der Gesellschaft mittlerweile weit verbreitet ist (zumindest auf dem Smartphone daddelt doch wirklich fast jeder hin und wieder) und die Branche mittlerweile mehr Umsatz macht als die Filmindustrie, halten sich manche Klischees hartnäckig. Grundsätzlich ist das zwar ärgerlich, trotzdem hatten wir beim Zusammenstellen der Liste irgendwie auch unseren Spass – die ganze Sache mit Humor zu nehmen hilft wahrscheinlich wirklich am besten.

Ihre Spielhöhle gleicht einer Müllhalde …

… schliesslich sind alle Gamer Messies. Alte Pizzakartons und leere Cola-Dosen stapeln sich in den Ecken. Und auch ohne den ganzen Müll würde das reinste Chaos herrschen – denn überall stehen Sammelfiguren und diverse andere Merchandising-Produkte herum.

Sie leben sozial isoliert …

… und haben keine echten Freunde. Den einzigen sozialen Austausch haben sie mit anderen verlorenen Seelen in einem Online-Multiplayer. Dass Gamer natürlich keine Freundin haben und ewige Jungfrauen bleiben, ist sowieso klar.

Gamer sind fett …

… und hässlich, ernähren sich nur von Fertiggerichten und lassen ihren Körper nur sehr ungern mit Wasser in Berührung kommen. Das Ergebnis sind ein strenger Körpergeruch sowie fettige Haare, die natürlich lang und zottelig sind.

Gamer verlassen nie das Haus …

… und leben ewig im dunklen Kellerzimmer bei Mutti. Das Sonnenlicht sehen sie nur zu besonderen Anlässen. Dann müssen sich Gamer zentimeterdick mit Sonnencreme einschmieren – ansonsten geht ihre kreidebleiche Pergamenthaut leicht in Flammen auf.

Es gibt keine weiblichen Gamer …

… wo sollen also die ganzen hässlichen Jungs eine Freundin herzaubern? Mädchen verstehen diese Freizeitbeschäftigung schliesslich nicht. Und die wenigen weiblichen Ausnahmen sind vom Aussehen und Verhalten her sowieso eher männlich als weiblich.

Gamer sind schlecht in der Schule …

… und bringen es im Leben zu nichts. Klar, denn die Freizeit vor dem Fernseher zu verbringen und die hundertste Wiederholung einer Reality-Show mit schlechten Schauspielern anzusehen, trainiert die Gehirnzellen sicher mehr, als in Portal alle Rätsel zu knacken.

Jeder Gamer ist ein potenzieller Amokläufer …

… schliesslich können sie Realität nicht von Fiktion unterscheiden. Eine Runde Call of Duty dient darum als Training für das wahllose Töten in der Wirklichkeit. Da CoD fast jährlich zu den Bestsellern gehört, sind wir also eigentlich nirgendwo mehr sicher.

Games sind ein unnützer Zeitvertreib …

… reine Zeit- und Geldverschwendung und haben keinerlei künstlerischen Wert. Sie sind nur Kinderkram, den keiner ernst nehmen kann. Den Grammy für den Soundtrack von Civilization IV und Preisgelder in Millionenhöhe bei eSport-Turnieren kehren wir mal einfach unter den Teppich.

Fazit

Eigentlich müssten Gamer schon lange ausgestorben sein: Schliesslich sind sie laut den Vorurteilen auf der Attraktivitätsskala ganz unten angesiedelt, verlassen niemals das Haus und sind nicht fähig, im wahren Leben mit dem anderen Geschlecht zu kommunizieren. Folglich dürften sie es niemals schaffen, sich fortzupflanzen, um ihre Aggressionen und ihr Suchtverhalten auf ihren Nachwuchs zu übertragen. Zum Glück sind all diese Klischees eben genau das: Klischees. Klar ist nicht jeder Gamer eine Schönheit. Doch es spielen sowohl übergewichtige Fast-Food-Fans als auch als attraktive Frauen mit frisch lackierten Fingernägeln die verschiedensten Games aller Genres. Auch wenn wir die Vorurteile hier etwas drastisch und überspitzt dargestellt haben: Wir sehen definitiv eine Entwicklung und sind zuversichtlich, dass in einigen Jahren das Hobby Gaming als selbstverständlich hingenommen und kaum noch weiter kommentiert wird. Zudem wünschen wir uns, dass Games als Medium endlich die Anerkennung erhalten, die sie verdienen. Schliesslich vereinen sie nicht selten eine Story mit Tiefgang mit einem eigens dafür komponierten Soundtrack sowie neuesten Technologien bei der grafischen Gestaltung zu einem Gesamtkunstwerk.