God of War: Zorn und Splatter wie eh und je

God of War: Zorn und Splatter wie eh und je
Games 19.04.2018

Viel Wut, nur unwesentlich weniger Brutalität und ein bisschen Chaos: So kennen und lieben wir die Kämpfe, die Kratos führt. Und trotz der grossen Rundum-Erneuerung von God of War ist die Essenz der Metzelei die gleiche geblieben. Ein Glück! Als wir das erste Mal einen Blick auf Kratos’ Sohn Atreus geworfen haben, kamen schon Bedenken auf, dass unser liebster zorniger Held womöglich im Alter verweichlicht sein könnte. Doch diese Bedenken können wir zerstreuen: Kratos hat sich zwar weiterentwickelt – seinen Zorn und seine Wut hat er jedoch immer noch nur schwer im Griff.

Vater wider Willen

Als liebevollen Vater hätten wir uns Kratos nie vorstellen können, aber selbst im grummeligsten Bären schlägt ein weiches Herz – was der Recke allerdings gut verbergen kann. Eher widerwillig nimmt er seinen Sohn Atreus als Begleiter mit und sieht ihn zunächst mehr als störendes Anhängsel. Damit deckt sich Kratos’ Gefühlslage vermutlich mit der vieler eingefleischter Fans. Doch der Junge erweist sich als praktischer Gefährte: Schliesslich kann er die nordischen Runen entziffern – im Gegensatz zu seinem Vater. Und selbst im Kampf ist er nicht nur Deko. Mit seinem Bogen setzt er den Gegnern durchaus zu, und vor allem kann er sie gut ablenken. Nur wenn er sich erwischen lässt, bedeutet das Mehrarbeit für Kratos.

Vom Hack’n’Slay zum Action-Adventure

In den früheren God-of-War-Teilen ging es eigentlich nur um eines: Gegner niederzumähen. Und zwar möglichst effektvoll und rasant. An Gegnern und Kämpfen wird es auch im neuesten Spiel nicht mangeln. Und der Splatter-Faktor kommt ebenso nicht zu kurz: Köpfe einschlagen oder den Gegner mit der Axt ordentlich einkerben – die Kampferlebnisse sind gewohnt befriedigend. Doch das neue God of War bietet noch viel mehr. Die Story wird fesselnder erzählt und wir investieren ausserdem mehr Zeit in Sammeltätigkeiten sowie in die Aufrüstung unserer Waffen, Garderobe und Fähigkeiten. Zudem laufen wir nicht einfach nur durch eine schlauchartige Welt mit der Waffe im Anschlag auf der Suche nach dem nächsten Gegner: Im eisigen Norden gibt es abseits des Weges noch einiges mehr zu entdecken.

Von den Chaosklingen zur Axt – vom Button-Mashing zu mehr Taktik

Wir geben es zu: Wir haben ein kleines Tränchen verdrückt, als klar war, dass wir die Chaosklingen nicht wiedersehen werden. Aber mittlerweile haben wir uns mit Kratos’ neuer Axt angefreundet, unserem wichtigsten Werkzeug im Kampf. Die Axt hat aber auch so einiges zu bieten: Sie lässt sich nicht nur in großem Radius schwingen – Kratos kann sie auch auf weiter entfernte Gegner schleudern. Und das eröffnet völlig neue Möglichkeiten. Denn im Gegner bleibt die Axt durchaus erst mal stecken und friert ihn dabei ein. In der Zwischenzeit teilt Kratos im Nahkampf mit seinen Fäusten kräftig aus und nimmt seinen flexibel einsetzbaren Schild zu Hilfe. Auf Knopfdruck holen wir uns unsere Axt zurück, und haben wir uns vorher gut platziert, schlitzt diese beim Rückflug gleich noch einen anderen Gegner auf.

Von Story- bis Hardcore-Modus: Die Schwierigkeitsgrade

Aus vier Schwierigkeitsstufen wählen wir zu Spielbeginn. Die erste Stufe ist der sogenannte Story-Modus, in dem es um das Erkunden der Welt und das Erleben der Geschichte geht. Hier brechen nicht alle paar Sekunden Gegnerhorden aus dem Gebüsch hervor; damit eignet sich der Modus vor allem für Neueinsteiger. Denn seien wir ehrlich: Welcher alteingesessene God-of-War-Fan will denn die Anzahl der Kämpfe reduziert haben?

Doch das Anwählen der härtesten Schwierigkeitsstufe sollten sich sogar Profis gut überlegen. Der „Give me God of War“-Modus verändert sogar die Angriffstaktiken der Gegner und platziert sie an anderen Stellen im Spiel. Für eine zweite Runde klingt das für uns verlockend. Da man nach Spielstart aus dem härtesten Modus allerdings nicht mehr wechseln kann (anders bei Stufe 1 bis 3), sollte man sich sicher – und frustresistent sein. Schon bei der zweiten – und normalen – Stufe zieht der Schwierigkeitsgrad im Vergleich zu den alten Spielen etwas an.

Endlich haben wir Kratos wieder!

Die Vorfreude war gross – und hat sich gelohnt. Santa Monica Studios haben sich mit den Veränderungen an der beliebten Reihe teilweise weit aus dem Fenster gelehnt: Doch die Essenz von God of War und Kratos haben sie dabei bewahrt. Kratos ist reifer geworden und auch God of War ist deutlich ausgereifter und vielfältiger. Trotz zweiter Hauptfigur liegt der Fokus auf Kratos, und durch die neue Kameraperspektive fühlen wir uns ihm noch mehr verbunden und können sein Muskelspiel in den rasanten Kämpfen aus nächster Nähe bewundern. Wir sind überzeugt – und freuen uns jetzt schon auf hoffentlich noch viele weitere Abenteuer mit dem nordischen God of War.