The joy of watching video games!

Games 19.05.2016

Manchmal legen selbst die leidenschaftlichsten Gamer ihre Controller und Tastaturen beiseite und sehen lieber anderen Virtuosen an der Maus und am Gamepad zu. Wenn dies langweilig wäre, dann würden Plattformen wie Twitch oder Hitbox nicht existieren und es würde keine Let's Play Videos auf YouTube geben. Selbst ältere Zocker können sich noch an die Trauben von Menschen rund um den besten Player in der Spielhalle erinnern. Das Phänomen des Zusehens existiert also schon so lange wie die Videospiele selbst. Doch welche Gründe machen diese Beschäftigung so spannend?

Watching the Pros play!

Wie in anderen Sportarten geniessen die Überflieger immer besondere Aufmerksamkeit. Das war schon im antiken Griechenland so und stellt auch heute noch einen der Hauptgründe dar, um nicht selbst zu zocken, sondern einfach zuzusehen. Mittlerweile haben wir diesem Phänomen sogar einen Namen gegeben. Wir nennen es E-Sport (elektronischer Sport) und praktisch jede Woche verleitet diese äusserst junge Sportart Millionen von Gamern dazu einzuschalten. Sei es für das nächste grosse CS:GO Turnier, ein DOTA 2 Major oder die LoL Worlds.

Dabei geht es oft gar nicht mehr darum das beste Gameplay und die beeindruckendsten Kunststücke zu sehen, sondern einfach sein Lieblingsteam anzufeuern und mitzufiebern. So wie ein gewöhnlicher Fussball-Fan nicht die Bedeutung jeder Nuance und jedes kleinen Spielzugs verstehen muss, um Spass im Stadion zu haben, so erkennt auch nicht jeder E-Sport-Fan alle Feinheiten, die zum Sieg führen. Der Unterhaltungswert kommt trotzdem nicht zu kurz.

Watching the speed!

Es gibt aber auch einen Grund, um bei Videospielen zuzusehen, der eigentlich nur mit dem Können der Spieler und deren Kunststücke zu tun hat. Die Namen der Player sind hier weniger wichtig als das eigentliche Geschehen auf dem Bildschirm. Es handelt sich um Speedruns. Dabei geht es darum, die verschiedensten Games in möglichst kurzer Zeit zu beenden. Zu diesem Zweck werden Programmierfehler ausgenutzt oder es wird einfach nur stundenlang über Monate hinweg trainiert. Neben den dargebotenen Skills vermeidet vor allem die hohe Geschwindigkeit, dass jemals Langeweile aufkommt. Während zwei grossen Events im Jahr kann sich jeder selbst von dem Reiz überzeugen, den das Speedrunning bietet. Das letzte Mal gab es im Jänner bei Awesome Games Done Quick 2016 die Gelegenheit dazu.

Watching the horror!

In anderen Fällen kann auch das Unvermögen eines Spielers sehr unterhaltsam wirken. Nirgends zeigt sich das besser als in Survival Horror Games. In Let's Plays macht kaum etwas mehr Spass, als die schockierten Gesichter der populären Gamer, die gerade versuchen sich vor dem furchterregenden Monster zu retten, mitzuverfolgen. Aber die weit aufgerissenen Augen sind nicht der einzige Grund, der den Zuschauern von Horror-Games Nervenkitzel verschafft.

Darüber hinaus sind alle zusehenden Personen dem Spieler, seinen Handlungen und all dem Horror hilflos ausgeliefert. Es verhält sich also wie bei einem Horrorfilm, der auf der einen Seite die vierte Wand hin zum Zuschauer durchbricht und auf der anderen Seite auch wieder nicht. Wir fühlen uns zwar näher dran, stehen dem Geschehen aber ebenso passiv gegenüber.

Watching the new!

Da wir ständig von Gaming Videos umgeben sind, die andere beim Spielen zeigen, hat sich ein weiterer rein praktischer Grund für das Zusehen entwickelt. Andere beim Zocken zu beobachten kann uns nämlich zeigen, ob ein Game der richtige Zeitvertreib für uns ist. Viele bekannte Let's Player bekommen nämlich schon vor der eigentlichen Veröffentlichung die Chance Spielinhalte zu präsentieren. Das dient einem gewissen Werbeeffekt, aber allen anderen Gamern auch als Information aus erster Hand. Kaum eine andere Empfehlung kann nämlich mit der Meinung des liebsten YouTubers mithalten.

Watching the fun!

Der simpelste Grund nicht selbst den Controller in die Hand zu nehmen und anderen beim Spielen zuzusehen ist jedoch der Spassfaktor. Die Kommentare des Gamers können einfach immer das perfekte Timing treffen oder eine witzige Pointe nach der anderen liefern. Manchmal besitzt dieser zusätzliche Kontext, den uns die Let's Player oder einfach nur Freunde bieten können, mehr Reiz, als auf eigene Faust die Gaming Welten zu entdecken. Und schliesslich fehlt uns oft die Zeit oder das Geld, um für jede Neuerscheinung den Pionier zu spielen. Dann beschränken sich manche Gamer lieber auf ihre liebsten Titel und schauen den Rest der Zeit den anderen Spielern der Community zu.