Tomb Raider – Archäologie mal anders!

Games 09.02.2016

Die wohl bekannteste Protagonistin der Videospielgeschichte feiert ein aufregendes Comeback. Vor zwei Jahrzehnten hat sie sich mit viel Feuerkraft und übertriebener, leicht eckiger Weiblichkeit in die Herzen der Zocker gekämpft. Die zwei silbernen Pistolen und die verschiedenen, von Zelda inspirierten Rätsel gelten heute noch als legendär. Gerade deshalb wirkt der Mut der Neuinspiration umso beeindruckender. Heute schiebt Lara Croft keine Blöcke mehr und die Rundungen hat sie gegen eine athletische Figur und einen Sport-BH eingetauscht. Besser in Szene gesetzt wurde sie noch nie!

Lara Croft wird sportlich und modern

Natürlich haben sich die technischen Möglichkeiten seit 1996 extrem erweitert. Aber es wurde auch Zeit, dass Angelina Jolies Darstellungen, aus den Filmen der 2000er, abgelegt wird und Lara sich einem glaubhaften Stil zulegt. Viele meinen trotzdem, sie wäre so attraktiv wie noch nie. Das Erfrischende ist jedoch, dass nicht mehr zwangsläufig ihre Erscheinung die Bewunderung der Gamer Community auf sich zieht. In den neuen zwei Tomb Raider Spielen erscheinen ihre Kletter Stunts noch viel prächtiger als ihre Ansicht von hinten. Die Gaming Welt hat wohl noch nie solch einen beeindruckenden Umgang mit Kletter-Äxten gesehen und die einmaligen Landschaften begeistern immer wieder aufs Neue.

Tomb Raider 2013

Die erste Neuerscheinung lässt Lara mit ihrer Crew auf einer Insel im Drachen Dreieck stranden. Dort beweist sie sich, nach dem initialen Überlebenskampf als die Ein-Frau-Armee, die wir so gut kennen. Es geht aber nicht mehr nur darum, sich wild ballernd durch die Russen und Wölfe zu schiessen. Viel mehr greift Lara immer aus einem unerwarteten Winkel, leise mit ihrem aufgerüstet Bogen an – sie scheint sich etwas von Solid Snake oder Desmond Miles abgeschaut zu haben. Um die Feinde auf diese Weise überraschen zu können, benötigt es einiges an Akrobatik. Sehr spannend gestaltet sich auch die Suche nach den vielen verteilten Gegenständen, die sich zu einer mysteriösen Geschichte über eine japanische Legende zusammensetzen. Lara in dem Spiel als katzenhaft elegant und die Handlung als überraschend aufregend zu beschreiben, wäre wohl die Untertreibung des Jahrzehnts.

Rise of Tomb Raider 2015

Der zweite Teil der Neuauflage enttäuscht ebenso wenig. Was ist schliesslich besser als eine Kletter-Axt bzw. ein Eisbeil? - Natürlich zwei Eispickel und damit startet Lara auch gleich auf einem Gletscher, flieht vor einer Lawine und erforscht eine vergessene Stadt. Schon nach diesem Prolog ist der Gamer gefesselt. Im kalten Sibirien folgt dann heisse Action, während einem Lara nach so manchem Tauchgang im Eiswasser richtig leidtun kann, wenn sie fröstelnd auf den nächsten Controller Input wartet. Mit dem Mitleid ist es jedoch wieder schnell vorbei, wenn Miss Croft ihren Bogen zückt. Aber gerade dieser Kontrast zwischen Stärke und Schwäche, zwischen Entschlossenheit und Selbstzweifel, zeichnet die beiden Remakes aus und schaffen einen viel tiefgründigeren Charakter. Früher bestand Lara Croft aus vollen Lippen und hautengen, animierten Klamotten. Die neue Lara vermittelt eher den Eindruck eine vollwertige Person, selbst wenn sie mehr einsteckt als Supergirl. Der Spieler fühlt ihren Schmerz auch wenn Minuten später wieder alles in Ordnung scheint, hinterlässt diese emotionale Achterbahn, zwischen Triumph und Leid, einen bleibenden Eindruck, der sogar ehemalige Tomb Raider Skeptiker überzeugen kann.

Vergleich zwischen der ersten und zweiten Tomb Raider Generation

Ein objektiver Vergleich zwischen Lara bis 2008 und Lara seit 2013 lässt sich kaum anstellen. Das wäre wie die Diskussion über den liebtesten Bond-Darsteller. Manche werden immer die Originale, wie Sean Connery, verehren, während andere durchaus einen modernen Touch, wie Daniel Craig, bevorzugen. Dieser Vergleich macht auch durchaus Sinn, denn Lara Croft wird oft als weiblicher James Bond bezeichnet. In jedem Fall brach das Tomb Raider aus dem Jahr 2013 alle Verkaufsrekorde der Serie und stellt den ersten Titel dar, der mit einer Altersfreigabe von PEGI 18. versehen wurde. Wir stellen diesen Umstand abschliessend und unkommentiert in den Raum: Das Poster - Girl ist ab 16 zu haben, die starke Frau erst ab 18.