Die Faszination von Dark Souls – Tipps für Serieneinsteiger

Games 25.04.2016

Mit Dark Souls 3 erschien vor kurzem der dritte und – glaubt man Aussagen von Lead Director Hidetaka Miyazaki – letzte Teil der Action-RPG-Reihe. Für Souls-Fans ist das allerdings kein Grund zur Trauer, schließlich haben Sie nun erst einmal den abschließenden dritten Teil der Reihe zu meistern. Und auch die vorangegangenen Serienteile wissen nach wie vor zu begeistern.

Die ersten beiden Dark-Souls-Teile und der geistige Vorgänger Demon's Souls werden, obwohl sie schon einige Jahre auf dem Buckel haben, nach wie vor gespielt, da sie nichts von ihrem Charme eingebüßt haben – auch online findet man weiterhin Mitstreiter. Außerdem haben Entwicklerstudio FromSoftware und Miyazaki mit dem PS4-Exklusivtitel Bloodborne bewiesen, dass die Erfolgsformel der Souls-Games auch auf andere Spiele übertragbar ist. Wir können uns also sicher sein, dass wir auch in Zukunft noch mit Spielen versorgt werden, die eine Gratwanderung zwischen Verzweiflung und himmelhochjauchzender Freude wagen. Bevor wir nun aber in Zukunftsvisionen verfallen, wollen wir einen kurzen Blick zurück auf die (Dark-)Souls-Spiele werfen und versuchen zu ergründen, warum sie so beliebt sind.

Die Anfänge von Dark Souls: Ein Game namens Demon's Souls wird zum Hit

Die Souls-Spiele haben eine ganz eigene Formel entwickelt, die zahlreiche Computerspieler in ihren Bann zog, auch wenn sie bei den meisten Fans oft mit viel Fluchen, Schweiß und vielleicht sogar Tränen einherging. Die Basis für die Dark-Souls-Games war der Erfolg des im Januar 2009 in Japan veröffentlichten PS3-Exklusivtitels Demon's Souls. Demon's Souls wurde erst neun Monate später in Amerika und ganze 17 Monate später in Europa veröffentlich, da die Publisher (auch Sony selbst) aufgrund des Designs und des Schwierigkeitsgrades zunächst befürchteten, das Spiel könnte auf dem westlichen Markt ein Flop werden. Ein Trugschluss, denn für tausende Gamer war das knackige Action-RPG eine willkommene Abwechslung zu den herkömmlichen Action- und Rollenspielen, die immer zugänglicher und einfacher wurden. In dieser Hinsicht war Demon's Souls eine (wenn auch ungewollte) Hommage an die Videospiele der 80er- und 90er-Jahre. Einer Ära, in der Spiele zu großen Teilen so schwer waren, dass die meisten sie nicht einmal zu Ende spielten. Aber was macht Dark Souls und Co. nun so besonders?

Die größte Herausforderung der Souls-Spiele

Auch wenn die Meinung weit verbreitet ist, dass die schwierigen Bosskämpfe die größte Hürde der Souls-Spiele seien, ist die größte Herausforderung eigentlich eine ganz andere. Anders als bei den meisten anderen aktuellen Spielen nimmt der Entwickler FromSoftware die Spieler nämlich nicht direkt an die Hand und gibt ihnen klare Ziele oder Wege vor. Als Spieler ist man ganz auf sich allein gestellt und muss sich auf seinen Erkundungsdrang verlassen. Hinweise werden von den Entwicklern nur spärlich und teils kryptisch gestellt, was besonders dann zur Herausforderung wird, wenn es mehrere Wege und Gebiete zu erkunden gibt. Die Japaner schrecken noch nicht einmal davor zurück, vereinzelte Gebiete so gut zu verstecken, dass man sie auf eigene Faust mitunter gar nicht (oder nur durch Zufall) findet. Und genau hier setzen die Entwickler bewusst auf die Souls-Community, die Geheimnisse miteinander teilen und so in regen Austausch miteinander kommen soll – sei es durch die Option, entweder im Spiel Notizen zu hinterlassen oder in externen Foren, Chats oder via Social Media.

Dark-Souls-Tipps: Die Level-Architektur verrät viel

Konkrete Wege und Ziele geben sie nicht vor, doch sind die Dark-Souls-Spiele bekannt dafür, dass die Details des Level-Designs dem Spieler Hinweise bieten. Wenn man als Spieler seine Umgebung genau unter die Lupe nimmt, fallen oft versteckte Wege ins Auge. Beispielsweise ein Gegenstand, der in einem scheinbar unerreichbaren Fenster aufblitzt. Dieser Gegenstand ist dann mit Sicherheit irgendwie erreichbar, im Zweifelsfall über einen versteckten Durchgang, der sich erst offenbart, wenn man gegen eine zunächst massiv wirkende Wand schlägt.

Außerdem sind (fast) alle Abschnitte der Dark-Souls-Games miteinander verbunden und man kann in der Ferne einen Ort erspähen, den man später besuchen wird oder bereits besucht hat. Das macht die Spielwelt der Souls-Games nicht nur beeindruckender, sondern auch glaubwürdiger.

Dark Souls & die Story: Wer Geschichten sucht, wird belohnt

Genau wie mit den fehlenden Zielen und der auf Erkundung ausgerichteten Spielwelt verhält es sich bei Dark Souls mit der Story. Egal, ob der erste, zweite oder dritte Teil, Demon's Souls oder Bloodborne – eine Geschichte wird bestenfalls kryptisch angerissen. Man weiß als Spieler eigentlich gar nicht so recht, was passiert, was es mit der Spielwelt auf sich hat und wieso man eigentlich tut, was man tut. Wer dabei die Scheuklappen aufsetzt, verpasst viele kleine Details, die sich mit etwas Interpretation und vor allem im Dialog mit anderen Souls-Fans zu einer komplexen sowie oft sehr melancholischen Geschichte zusammenfügen. Dabei liefern nicht nur die NPCs in Gesprächen entscheidende Hinweise und Informationen, sondern auch Beschreibungstexte von Gegenständen oder kleine Details im Level-Design. Wer sich auf die bruchstückhafte Erzählform von FromSoftware einlässt und in Dialog mit anderen Souls-Fans und deren Interpretationen tritt, wird die Spielwelt und Geschichte der Dark-Souls-Games mit anderen Augen betrachten. Denn fast alle Charaktere und auch Gegner erzählen eine tragische Geschichte, die nachdenklich macht und den Spieler auch stellenweise zweifeln lässt, wer eigentlich gut und böse ist in dieser Welt. Wer aufmerksam bleibt und eine Story auch gern selbst interpretiert oder sich mit anderen Spielern darüber austauscht, wird auch die Dark-Souls-Story genießen und sich an der ungewöhnlichen Erzählform erfreuen können.

Dark-Souls-Tipps: Die Formel verstehen

Das Gameplay der Dark-Souls-Reihe ist simpel, aber effizient. Klassische Elemente aus Adventures und Rollenspielen sind deutlich wiederzuerkennen und werden gepaart mit einem recht präzisen, doch im Vergleich zu anderen Titeln behäbigen Kampfsystem. Wobei „behäbig“ in diesem Fall nicht negativ zu verstehen ist – im Gegenteil: Genau das muss man sich als Spieler zu Nutze machen. Jeder Kampf sollte vorsichtig und langsam angegangen werden. Wer sich unkoordiniert und hektisch in Auseinandersetzungen stürzt, wird scheitern. Viel wichtiger ist es, sich Angriffsmuster und Bewegungen von Gegnern genauestens einzuprägen, Attacken zu blocken, ihnen auszuweichen und gezielte Gegenangriffe zu starten – ohne dabei zu gierig zu werden. Geduld ist der Schlüssel zum Erfolg. In dieser Hinsicht lassen sich die Dark-Souls-Spiele sogar mit einem Musik- und Rhythmus-Spiel vergleichen, in dem im richtigen Moment die richtige Reaktion folgen muss. Souls-Games bekommen damit das klassische Gamer-Prädikat „Easy to learn, hard to master“ (einfach zu lernen, schwer zu meistern). Wenn man sich jedoch erst einmal daran gewöhnt hat, die Steuerung intuitiv beherrscht und selbst in den hektischsten Situationen einen kühlen Kopf bewahrt, prägt sich die Souls-Formel schnell ein und man meistert jede Herausforderung. Wer noch gar kein Spiel der Reihe gespielt hat, kann prinzipiell mit jedem Titel starten und wenn sich eine (Hass-)Liebe einstellt, werden die anderen Spiele sicher bald folgen.