Games 04/18/2017

YouTube ist mittlerweile eine der ersten Anlaufstellen, wenn es darum geht, sich über Spiele zu informieren. Und auch wenn Let's Player wie Pewdiepie und Co. die größte Reichweite haben, gibt es auch YouTuber, die mehr Arbeit, Recherche und Gedanken in ihre Videos stecken – egal, ob Reviews neuer Games, kritische Kommentare zu Spielen und zur Industrie, Satire im Zusammenhang mit Games oder tiefgehende Reportagen, Features oder Dokumentationen. Vor allem im englischsprachigen Teil der Videoplattform gibt es viele Kanäle, die ein Abonnement wert sind, wenn man sich gerne kritisch mit Spielen, der Industrie und der Community auseinandersetzt. Wir stellen unsere liebsten YouTuber vor, die uns gut unterhalten, informieren und deren Arbeit und Meinung wir sehr zu schätzen gelernt haben.

Cinemassacre / Angry Video Game Nerd

Der „Angry Video Game Nerd“ ist einer der ganz großen YouTube-Gaming-Klassiker. Bereits seit 2004 schlüpft Filmemacher, Kritiker, Comedian und Internetpersönlichkeit James Rolfe in die Haut des wütenden Nintendo-, Sega- und Atari-Nerds und inspirierte zahllose Gamer, ihre eigene YouTube-Show zu starten. In der beliebten Webserie setzt er sich kritisch und humoristisch mit den schlechtesten (Retro)spielen aller Zeiten auseinander – Wutanfälle, Flüche und Verzweiflung angesichts des völlig überzogenen Schwierigkeitsgrads und missratenen Gameplays mancher Titel inklusive. Cinemassacre ist sowohl der Name des YouTube-Channels als auch Rolfes Produktionsfirma und zugehöriger Website. Neben den AVGN-Episoden bietet Cinemassacre diverse andere Formate, in denen Rolfe – oft zusammen mit seinem Sidekick Mike Matei – Spiele, Filme und Hardware bespricht. Alles in allem der optimale Channel für alle Retro-Gamer, Filmfreaks sowie Freunde unterhaltsamer und lustiger Videos generell.

The AngryJoeShow

Von einem Angry Gamer zum nächsten: Joe „Angry Joe“ Vargas lädt seit 2008 regelmäßig Videos hoch und hat sich mit über 2,5 Millionen Abonnenten eine beachtliche Fanbase aufgebaut. Das Channel-Highlight sind die aufwendig produzierten „Angry Reviews“. In den meist rund 30 Minuten langen Videos beleuchtet Joe die unterschiedlichen Aspekte des jeweiligen Spiels und hält sich dabei nicht mit Kraftausdrücken zurück. Wenn ihn etwas stört, nimmt er kein Blatt vor den Mund und kritisiert nicht nur die Spiele selbst, sondern auch die Industrie und fragwürdige Geschäftspraktiken. Zudem produziert er gemeinsam mit seinem Sidekick „Other-Joe“ komödiantische Intros und Einlagen passend zum Spiel. „Angry Joes“ differenzierte Bewertung und kritische Grundhaltung machen seine Clips zu einer guten Informationsquelle.

Super Bunnyhop

Es müssen nicht immer Reviews sein. Wer gut recherchierten, quasi-journalistischen Content auf YouTube sucht, der sowohl informativ als auch unterhaltsam ist, sollte „Super Bunnyhop“ eine Chance geben. YouTuber George Weidman bietet eine Vielzahl an Formaten – vom normalen Review über Analysen und Kommentare bis hin zu Reportagen und Features. Dabei vertritt Weidman oft einen Standpunkt, der von der gängigen Meinung abweicht, beleuchtet Themen aus anderen Perspektiven und ebnet dadurch den Weg für angeregte und interessante Diskussionen. Großartig sind auch Videos, in denen er Spielereihen, die ihm am Herzen liegen, und deren Story, philosophische Motive und Themen behandelt.

Jim Sterling – The Jimquisition

Wenn es einen Gaming-YouTuber gibt, der stets polarisiert und provoziert, dann ist es Jim Sterling. Der in Amerika lebende Engländer war Review-Redakteur bei Destructoid und schrieb regelmäßig für The Escapist, bevor er sich 2014 mithilfe von Crowdfunding selbstständig machte. Heute betreibt er seine Website thejimquisition.com und seinen YouTube Channel. Dort gibt es mit The Jimquisition einmal wöchentlich ein großes Meinungs- und Kommentarvideo zu aktuellen Themen, eine Art First Look in Form der Jimpressions sowie diverse Videos zu miesen Indie-Games, Trailern und vielen anderen Themen. Das Besondere an Jim Sterling: Die Grenze zwischen ernsthafter Kritik und Satire sind hier fließend, weshalb auch nicht immer jede Pointe sitzt und man Jims Meinung und seine Videos entweder liebt oder hasst. Außerdem nimmt er kein Blatt vor den Mund, wenn es um dubiose Geschäftsmodelle geht, beispielsweise die vielen vermeintlichen „Indie-Entwickler“, die Schund auf Steam veröffentlichen – was für ihn auch schon die eine oder andere juristische Auseinandersetzung zur Folge hatte.

Totalbiscuit – The Cynical Brit

John Bain aka „TotalBiscuit“, „The Cynical Brit“ oder „TotalHalibut“ hat die Spielekritik mit seinen sehr fundierten, gut recherchierten sowie kritischen und differenzierten Videos auf ein neues Niveau gehoben. Besonders gut gefällt uns sein Ansatz, stets auf die Verbraucherfreundlichkeit zu achten. Bei neuen Geschäftsmodellen argumentiert er aus Sicht des Spielers und spart, wenn nötig, nicht mit Kritik an den Publishern. Neben Reviews, Ersteindrücken und diversen Kommentaren und Meinungsvideos zu verschiedenen Themen rund um Gaming und die Spieleindustrie ist vor allem der Co-Optional Podcast ein Highlight. Einmal wöchentlich holt er gemeinsam mit den YouTube-Kollegen Jesse Cox, Dodger sowie einem wechselnden Gast zum Rundumschlag aus. Besprochen werden dann aktuelle Spiele, News aus der Branche und zeitnahe Veröffentlichungen. Definitiv ein Abonnement wert, auch wenn Bain aufgrund einer Krebserkrankung und entsprechenden Behandlungen von Zeit zu Zeit unregelmäßig veröffentlicht. „TotalBiscuit“ liefert Meinungen, die wir nicht immer teilen, aber stets schätzen – daher eine klare Empfehlung von uns.