Ein Fest für Grafikfanatiker? Gaming-Monitore 2017
Games 12.01.2018

Ein großer Vorteil des PCs im Vergleich zur Konsole ist definitiv die Grafik. Aufrüsten ist bei einem PC fast immer möglich, und mit einer krassen Grafikkarte lässt sich das Beste aus den aktuellen Spielen herausholen: Vorausgesetzt, auf dem Tisch steht auch ein angemessen leistungsstarker Gaming-Monitor. Für 2017 wurde uns so einiges versprochen und vom ersten Monitor mit 240 Hertz waren wir grundsätzlich auch begeistert – jedoch bleibt noch Luft nach oben. Was hat uns das Jahr 2017 im Monitorbereich gebracht – und was erwartet uns im kommenden Jahr?

Worauf kommt es beim Gaming-Monitor an?

Immer größere Bildschirmdiagonalen und immer schärfere Auflösung: Das sind schon längst nicht mehr die einzigen Kriterien von PC-Spielern beim Monitor-Kauf. Mindestens genauso wichtig ist eine schnelle Bildübertragung – denn jede Millisekunde zählt. Daher muss ein anspruchsvoller Gamer heute so allerlei Werte abgleichen und abwägen, was für ihn am wichtigsten ist:

  • Bei der Bildschirmdiagonale zählen 24 Zoll immer noch zum Standard – denn je größer der Bildschirm, desto höher muss auch die Auflösung sein und desto mehr Power braucht die Grafikkarte.
  • Alle reden nur von 4k und UHD – eine Auflösung von 3840 x 2160p haben jedoch die wenigstens Monitore. Und meistens muss man bei diesen auch noch Abstriche beim Gesamtpaket machen. Full-HD (1920 x 1080p) und WQHD (2560 x 1440p) finden momentan noch am häufigsten ihren Weg in die Zocker-Buden.
  • Die Bildwiederholfrequenzen steigen rasant. 60 Hz (also 60 Bilder pro Sekunde) waren lange Zeit vorherrschend – doch ist man einmal in den Genuss von 120 Hz oder mehr gekommen, will man nie mehr zurück. Das Nonplusultra sind zurzeit 240 Hz, die jedoch bisher nur bei wenigen Modellen zu finden sind.
  • G-Sync von Nvidia und FreeSync von AMD sorgen dafür, dass die superschnellen Bildraten auch auf dem Monitor ankommen. Sie helfen Grafikkarte und Bildschirm bei der Kommunikation. Wem schon beim Gedanken an Input-Lags und Tearing die Zornesröte ins Gesicht steigt, der sollte auf die Verfügbarkeit einer dieser Techniken (je nach verwendeter Grafikkarte) achten.
  • Auch auf welches LCD-Panel man setzt, ist schon fast eine philosophische Frage: TN-Panel haben die beste Reaktionszeit, IPS-Panel glänzen hingegen bei der Farbwiedergabe, während VA-Panel zwar insgesamt am langsamsten sind, aber einen starken Kontrast und ein sehr lebendiges Bild bieten.

Drei der leistungsstärksten Monitore 2017

Das Jahr 2017 hat uns endlich die ersten 240 Hz-Monitore mit Full-HD geliefert. Für die richtig anspruchsvollen Spiele (und Spieler) eine feine Sache. Vielen genügt jedoch auch 144 Hz – und der Vorteil ist dann, dass die Auswahl an Auflösung, Bildschirmdiagonale und Extras deutlich größer ist. Diese drei Gaming-Monitore gehörten allerdings definitiv zu den besten Vertretern 2017:

Asus ROG Swift PG258Q: Für alle, denen es nicht schnell genug gehen kann

Wer auch noch die letzte Millisekunde rausquetschen will, für den führte 2017 kein Weg am 240 Hz-Monster von Asus vorbei: Schließlich war es das erste Exemplar mit solch einer hohen Bildrate. Für einen durchaus stolzen Preis bekommen Gamer hier das aktuell schnellste vom schnellsten, natürlich auch mit G-Sync-Technik und einem flotten TN-Panel. Der 25-Zoll-Bildschirm wartet jedoch „nur“ mit Full-HD auf – für den Geschwindigkeitsrausch müssen wir leider noch Abstriche bei der Auflösung machen.

LG 43UD79-B: Wenn die Größe doch eine Rolle spielt

Eine gestochen scharfe Auflösung von 3840 x 2160p auf satten 43 Zoll konnte hingegen der LG 43UD79-B liefern. Der aktuell größte Gaming-Monitor von LG lässt die Grenzen zwischen Fernseher und Monitor verwischen – ist jedoch nicht für professionelle Gamer gedacht. Mit 60 Hz können sich eSportler oder ambitionierte Shooter-Fans nicht mehr zufrieden geben. Die meisten anderen Gamer werden dank des geringen Input-Lags jedoch glücklich mit dem Riesen.

AOC Agon AG272FCX: Sanft geschwungen und ordentlich flink

Für die gemäßigte Mitte ist beispielsweise der AOC Agon AG272FCX interessant. Das Curved-Display mit Full-HD-Auflösung und 27 Zoll zeigt Games von ihrer besten Seite und lässt uns noch tiefer ins Geschehen eintauchen. Und für die einwandfreie Spielbarkeit sorgt eine Bildrate von 144 Hz. In Kombination mit Adaptive Sync (entspricht FreeSync) sind auch technisch anspruchsvolle Spiele keine Hürde für den Agon.

Worauf können wir uns 2018 freuen?

Enttäuscht hat uns 2017 der Aufschub der Gaming-Monitore Acer Predator X27 und Asus ROG Swift PG27UQ. Diese beiden Schätzchen sollen nun Anfang 2018 erscheinen und neue Maßstäbe setzen. Denn beides sind Monitore mit UHD-Auflösung und gleichzeitig 144 Hz. Diese Kombi von hoher Bildrate mit maximaler Auflösung bietet aktuell niemand. Außerdem sorgt HDR für starke Kontraste, besonders lebendige Farben und eine extra Portion Detailtiefe. Außerdem G-Sync, damit auch alles dort ankommt, wo es hin soll, und zwar ohne Tearing und Ruckler. Damit alles reibungslos läuft, muss dann auch der neue Übertragungsstandard Displayport 1.4 zum Einsatz kommen. Denn nur der kann das Bild in 4k mit 144 Hz von der Grafikkarte zum Monitor übertragen.

Für all das müssen Grafikfanatiker zwar einiges hinblättern – aber schon beim Lesen der technischen Details werden wir ganz kribbelig. So wie es aussieht, wird 2018 ein großes Jahr für Gaming-Monitore.